32 — Wissen
Hat die Sanierung gewirkt? Erfolgskontrolle nach einer Feuchtesanierung
Unmittelbar nach einer Sanierung sieht jede Wand gut aus. Ob sie es bleibt, zeigt der nächste Winter — und bis dahin haben Handwerker, Verwaltung und Bewohner meist schon andere Sorgen.
Warum reicht der Augenschein nach einer Sanierung nicht?
Eine Sanierung endet meist mit einer neuen Oberfläche: frischer Putz, neuer Anstrich, eine gereinigte Ecke. Diese Oberfläche ist trocken und sauber, auch wenn die Ursache noch da ist. Kondensat braucht kalte Außentemperaturen, Salze brauchen feuchte Luft, aufsteigende Feuchte braucht Zeit, bis sie den neuen Putz wieder durchdrungen hat.
In der Sanierungspraxis zeigt sich deshalb ein wiederkehrendes Muster: Die Abnahme im Frühling oder Sommer ist unauffällig, im Winter darauf kommen die Flecken zurück. Dann ist unklar, ob die Maßnahme nicht gewirkt hat, falsch ausgeführt wurde, die falsche Ursache behandelt hat oder ob sich die Nutzung geändert hat.
Was bedeutet Erfolg bei einer Feuchtesanierung?
Erfolg muss vor der Sanierung definiert werden, sonst lässt er sich danach nicht messen. Bei Kondensat heißt Erfolg, dass die betroffenen Oberflächen in der Heizperiode nicht mehr über längere Zeit in die Nähe des Taupunkts kommen und die Oberflächenfeuchte unter dem kritischen Bereich von rund 80 Prozent bleibt. Bei aufsteigender Feuchte heißt Erfolg, dass die Materialfeuchte im Mauerwerk über Monate sinkt.
Wichtig ist dabei der Vergleich mit einem Ausgangswert. Wer vor der Sanierung gemessen hat, kann danach zeigen, was sich verändert hat. Wer erst danach misst, sieht nur einen Zustand und weiß nicht, ob er besser ist als vorher.
| Behandelte Ursache | Woran sich Erfolg zeigt | Messgröße |
|---|---|---|
| Kondensat an Wärmebrücken | Kein anhaltend kleiner Taupunktabstand mehr | Oberflächentemperatur, Luftfeuchte, Taupunkt |
| Fehlender Luftwechsel | Feuchtespitzen bauen sich rasch ab | Relative und absolute Luftfeuchte |
| Aufsteigende Feuchte | Materialfeuchte sinkt über Monate | Materialfeuchte im Mauerwerk |
| Wasserschaden | Werte stabilisieren sich auf Normalniveau | Raumklima, bei Bedarf Materialfeuchte |
Warum sollte die Kontrolle über eine ganze Heizperiode laufen?
Die kritischen Bedingungen für Kondensat treten in den kältesten Wochen des Jahres auf. Eine Messung im Herbst sagt wenig darüber, wie sich eine Außenecke im Jänner verhält. Erst der Verlauf über eine ganze Heizperiode zeigt, ob die Sanierung auch den ungünstigsten Fall abdeckt.
Bei Trockenlegungen gilt das noch stärker. Mauerwerk trocknet langsam, bei dicken Wänden oft über mehr als eine Heizperiode. Eine kurze Kontrolle kurz nach der Maßnahme kann daher weder einen Erfolg noch einen Misserfolg sicher anzeigen. Was sie zeigen kann, ist die Richtung, und die ist für die weitere Planung oft schon entscheidend.
Wo gehören die Messpunkte bei einer Erfolgskontrolle hin?
Die Messpunkte gehören an die Stellen, an denen der Schaden aufgetreten ist, und zwar in derselben Position und Höhe wie vor der Sanierung. Eine Außenecke, die in Bodennähe geschimmelt hat, wird in Bodennähe gemessen, nicht auf Augenhöhe. Nur so lässt sich der Verlauf vorher und nachher vergleichen.
Dazu kommen zwei Vergleichspunkte: einer in der Raumluft desselben Raums, um Nutzungseinflüsse zu erkennen, und einer in einem unauffälligen Raum desselben Objekts. Wird die sanierte Ecke im Winter kritisch, während die Raumluft unauffällig ist, spricht das für das Bauteil. Wird die Raumluft selbst dauerhaft feucht, liegt das Thema eher bei Nutzung oder Luftwechsel.
Was tun, wenn die Werte nach der Sanierung nicht besser werden?
Dann ist die Messreihe am wertvollsten, weil sie die Diskussion auf eine sachliche Grundlage stellt. Zuerst ist zu prüfen, ob sich die Nutzung verändert hat, etwa durch einen Mieterwechsel oder ein neu eingebautes Bad. Danach, ob die behandelte Ursache tatsächlich die einzige war. Im Altbau überlagern sich häufig mehrere Ursachen, und die Sanierung einer davon macht die zweite erst sichtbar.
Erst wenn beides ausgeschlossen ist, stellt sich die Frage nach der Ausführung. Für diese Beurteilung sind der ausführende Betrieb und gegebenenfalls ein Sachverständiger zuständig. Die Messreihe liefert ihnen den zeitlichen Verlauf, den eine Begehung allein nicht zeigen kann.
Warum ist die Dokumentation für alle Beteiligten nützlich?
Eine zeitgestempelte Messreihe hilft allen Seiten. Die Verwaltung kann den Eigentümern zeigen, dass die Ausgabe gewirkt hat. Der ausführende Betrieb kann belegen, dass die Werte nach der Maßnahme im unkritischen Bereich lagen. Und falls Flecken zurückkommen, lässt sich sachlich eingrenzen, ob die Bedingungen vorher schon kritisch waren oder sich erst später durch Nutzung oder einen neuen Schaden verändert haben.
San-Care stellt diese Verläufe in der Plattform bereit, fasst sie im Monatsreport als PDF mit fachlicher Einordnung zusammen und erlaubt den Export der Rohdaten als CSV für einen Sachverständigen. Die Messdaten gehören dem Objekt beziehungsweise der Verwaltung und bleiben auch nach Vertragsende erhalten.
Schritt für Schritt
Erfolgskontrolle nach einer Feuchtesanierung aufsetzen
Wie eine Hausverwaltung in Wien oder Niederösterreich die Wirkung einer Feuchte- oder Schimmelsanierung über eine Heizperiode überprüft.
Ziel festlegen
Vor der Sanierung gemeinsam mit dem Fachbetrieb klären, welche Ursache behandelt wird und woran Erfolg zu erkennen sein soll, etwa kein anhaltend kleiner Taupunktabstand mehr an einer bestimmten Außenecke.
Ausgangswert messen
Wenn möglich schon vor der Sanierung Messpunkte an den betroffenen Stellen und an einem Referenzpunkt setzen. So entsteht ein Vergleichswert für später.
Messpunkte nach der Sanierung setzen oder belassen
Nach der Maßnahme an denselben Stellen weitermessen. Gleiche Position und Höhe sind wichtig, damit die Werte vergleichbar bleiben.
Über die Heizperiode beobachten
Die Verläufe laufend in der Plattform verfolgen und Alerts bei anhaltend kritischen Bedingungen beachten. Der Monatsreport ordnet die Messreihen fachlich ein.
Ergebnis fachlich bewerten
Nach der Heizperiode die Verläufe mit dem Ausgangswert vergleichen und gemeinsam mit dem Fachbetrieb oder einem Sachverständigen bewerten, ob das gesetzte Ziel erreicht wurde.
- Ein Objekt mit geplanter oder abgeschlossener Feuchtesanierung
- Eine Steckdose im Stiegenhaus oder Technikraum für die Basisstation
- Die Zustimmung der betroffenen Bewohner
Begriffe in diesem Text
Kurz erklärt.
- Trocknungskontrolle
- Die durchgehende Überwachung, ob sich Feuchte nach einem Wasserschaden tatsächlich abbaut und die Werte sich stabilisieren.
- Messreihe
- Eine lückenlose Folge von Messwerten über einen längeren Zeitraum — im Unterschied zur einmaligen Momentaufnahme.
- Trockenlegung
- Alle Maßnahmen, mit denen ein durchfeuchtetes Mauerwerk dauerhaft von der Feuchtequelle getrennt und zum Austrocknen gebracht wird.
- Kritische Oberflächenfeuchte
- Der in der Bauphysik übliche Richtwert, ab dem an einer Bauteiloberfläche mit Schimmelwachstum zu rechnen ist: rund 80 Prozent relative Feuchte über einen längeren Zeitraum.
- Taupunktabstand
- Der Abstand zwischen der gemessenen Temperatur und dem Taupunkt — je kleiner er ist, desto näher ist die Stelle an Kondenswasser.
- Zeitstempel
- Die Datums- und Uhrzeitangabe, die jedem einzelnen Messwert fest zugeordnet ist.
- Sachverständiger
- Eine fachlich qualifizierte Person, die den Zustand eines Bauteils beurteilt und daraus eine gutachterliche Bewertung ableitet.
- Materialfeuchte
- Die Menge Wasser, die in einem Baustoff selbst steckt, etwa in Mauerwerk, Putz oder Estrich, im Unterschied zur Feuchtigkeit der Raumluft.
Häufige Fragen
Was dazu gefragt wird.
Passende Leistungen
- Feuchte- und SchimmelmonitoringFeuchte, Temperatur und Taupunkt — alle 15 Minuten, über Monate, zeitgestempelt.Ansehen
- Plattform, Reports und BewertungZahlen allein helfen niemandem. Wir sagen Ihnen, was sie bedeuten.Ansehen
- Individuelle Messaufgaben und Sensorik nach MaßWenn die Frage eine andere ist, bauen wir die Messung dazu.Ansehen
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Nächster Schritt
Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.
Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.
- rasch und persönlich
- keine Kamera, kein Mikrofon
- Zustimmung vorausgesetzt
- Wien & Niederösterreich