Zum Inhalt springen

Glossar — Bauphysik

Kritische Oberflächenfeuchte

Der in der Bauphysik übliche Richtwert, ab dem an einer Bauteiloberfläche mit Schimmelwachstum zu rechnen ist: rund 80 Prozent relative Feuchte über einen längeren Zeitraum.

Erklärt

Was hinter dem Begriff steckt.

Die kritische Oberflächenfeuchte ist die relative Luftfeuchtigkeit unmittelbar an einer Bauteiloberfläche, ab der bei längerer Dauer mit Schimmelwachstum gerechnet werden muss. In der Bauphysik wird dafür üblicherweise ein Richtwert von rund 80 Prozent angesetzt. Maßgeblich ist nicht die Feuchte der Raumluft, sondern die Feuchte in der dünnen Luftschicht direkt an der kälteren Oberfläche.

Die Oberflächenfeuchte ergibt sich aus der Raumluftfeuchte und der Oberflächentemperatur. Raumluft mit 20 °C und 50 Prozent erreicht an einer 15 °C kalten Stelle knapp 70 Prozent, bei 60 Prozent Raumfeuchte und 14 °C Wandtemperatur sind es fast 90 Prozent. Kleine Temperaturunterschiede an der Wand verschieben den Wert also stark.

Für die Praxis entscheidend ist die Dauer. Schimmel entsteht nicht durch einen einzelnen feuchten Abend, sondern wenn hohe Oberflächenfeuchte über mehrere Tage anhält oder sich täglich wiederholt, ohne dass die Stelle wieder abtrocknet. Das ist mit einer Stichprobe nicht zu erkennen, sondern nur in einer durchgehenden Messreihe.

Ein verbreiteter Irrtum ist, den Richtwert auf die Anzeige im Wohnzimmer anzuwenden. Eine Raumfeuchte von 60 Prozent liegt klar unter 80, kann an einer kalten Außenecke aber genau diese Grenze überschreiten.

Mit eigenen Werten ausrechnen: Taupunktrechner

Im Bestandsgebäude

Entscheidend ist die Dauer, nicht der Spitzenwert. Kurz nach dem Duschen sind 90 Prozent normal; problematisch wird es, wenn hohe Werte über Tage nicht abgebaut werden. Genau diese Dauer sieht man nur in einer durchgehenden Messreihe.

Wie hoch darf die Feuchte an der Wandoberfläche sein?
An einer Wandoberfläche gilt in der Bauphysik rund 80 Prozent relative Feuchte über mehrere Tage als Richtwert, ab dem Schimmelwachstum zu erwarten ist. Kurze Spitzen nach dem Duschen sind unkritisch, entscheidend ist die Dauer. San-Care erfasst in Wien und Niederösterreich den Verlauf an kritischen Stellen alle 15 Minuten und meldet anhaltend kritische Bedingungen.

Nächster Schritt

Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.

Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.

Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich