36 — Wissen
Sensorik nach Maß: einen Sensor für eine spezielle Messaufgabe bauen lassen
Manche Fragen in einem Objekt lassen sich mit keinem Gerät aus dem Katalog beantworten. Dann ist nicht ein anderer Sensor die Lösung, sondern eine Messung, die auf die Frage hin gebaut wird — oder die ehrliche Auskunft, dass sie sich nicht sinnvoll messen lässt.
Wann ein Standardsensor nicht reicht
Das Feuchtemonitoring von San-Care deckt den häufigsten Fall ab: Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Taupunkt an den kritischen Stellen eines Objekts. Für die meisten Feuchte- und Schimmelfragen ist das die richtige Messung. Es gibt aber Fragestellungen, bei denen das Raumklima nicht die entscheidende Größe ist.
Typisch ist das, wenn die Frage im Bauteil liegt statt in der Luft, wenn eine andere physikalische Größe beobachtet werden soll oder wenn die Einbausituation so ungewöhnlich ist, dass ein Standardmesspunkt dort nicht montiert werden kann oder nichts Brauchbares misst. In solchen Fällen hilft kein weiterer Sensor derselben Art, sondern eine Messung, die von der Frage her gedacht ist.
In der Praxis zeigt sich, dass der schwierigste Teil nicht die Technik ist, sondern die Frage sauber zu formulieren. „Wir wollen wissen, was da los ist“ lässt sich nicht messen. „Wir wollen wissen, ob die Wand im Sockelbereich über den Winter feuchter wird“ schon.
Wie eine angepasste Messung entsteht
Der Ablauf ist bewusst so gebaut, dass die Machbarkeit vor dem Angebot steht und nicht danach. Niemand soll für eine Messung bezahlen, von der vorher absehbar war, dass sie die Frage nicht beantwortet.
Die Schritte bei San-Care
- Gespräch über die konkrete Fragestellung im Objekt und darüber, welche Entscheidung am Ende von der Messung abhängen soll
- Offene Einschätzung, ob und wie sich die Frage messtechnisch beantworten lässt — einschließlich eines klaren Nein, wenn es nicht geht
- Auswahl oder angepasster Aufbau der Sensorik und der Funkstrecke gemeinsam mit dem Entwicklungspartner smartenic
- Messkonzept mit Anzahl, Position und Einbauart der Messstellen sowie einem individuellen Angebot
- Montage durch das eigene Team und Auswertung in derselben Plattform wie das Feuchtemonitoring
Wie Sie eine Messaufgabe für das Erstgespräch vorbereiten
Je klarer die Frage formuliert ist, desto schneller lässt sich sagen, ob und wie sie messbar ist. Eine technische Vorbildung ist dafür nicht nötig. Hilfreich ist, vor dem Gespräch ein paar Punkte zusammenzutragen, die ohnehin in jeder Akte stehen.
Am wichtigsten ist die Entscheidung, die am Ende von der Messung abhängen soll. Soll geklärt werden, ob eine Sanierung nötig ist? Ob eine Maßnahme gewirkt hat? Ob ein Zustand über den Winter stabil bleibt? Aus der Entscheidung ergibt sich, welche Größe wie lange und wie oft gemessen werden muss.
Was im Erstgespräch weiterhilft
- Die konkrete Beobachtung: was, wo, seit wann, wie oft
- Die Entscheidung, die von der Messung abhängen soll
- Vorhandene Unterlagen wie Fotos, frühere Befunde oder Gutachten
- Die Zugänglichkeit der Stelle, etwa bewohnt, Keller, Schacht oder Leerstand
- Ob es an der Stelle Strom gibt und wie lange gemessen werden soll
Woran sich die Machbarkeit entscheidet
Ob eine Messaufgabe umsetzbar ist, hängt selten an einer einzigen Frage. Meist sind es mehrere Bedingungen, die gemeinsam erfüllt sein müssen. Fällt eine davon aus, ist die Messung nicht unmöglich, aber sie wird teurer, aufwendiger oder weniger aussagekräftig — und genau das gehört vor dem Angebot auf den Tisch.
| Bedingung | Die Frage dahinter |
|---|---|
| Messgröße | Lässt sich die gesuchte Größe physikalisch direkt erfassen, oder nur indirekt über Hilfsgrößen? |
| Einbau | Kann an der entscheidenden Stelle gemessen werden, und mit welchem Eingriff in das Bauteil? |
| Funkstrecke | Kommt das Signal aus der Einbausituation zuverlässig zur Basisstation, etwa aus einem Keller oder Schacht? |
| Energie | Reicht eine Batterie für die geplante Laufzeit, oder braucht die Messstelle Strom? |
| Aussagekraft | Beantwortet der Verlauf die Frage tatsächlich, oder bleibt er ohne weitere Prüfung mehrdeutig? |
Welche Messaufgaben auf Anfrage geprüft werden
Die folgenden Beispiele sind keine Standardleistungen mit festem Preis, sondern Fragestellungen, zu denen San-Care eine Machbarkeitseinschätzung abgibt. Ob und in welcher Form eine Messung daraus wird, entscheidet sich erst im konkreten Objekt.
| Fragestellung im Objekt | Mögliche Messgröße | Status |
|---|---|---|
| Wird ein Mauerwerk über den Winter feuchter oder trocknet es ab? | Materialfeuchte über Wandfeuchte-Sonden | Auf Anfrage, Machbarkeit wird geprüft |
| Wie verläuft die Trocknung nach einem Wasserschaden? | Raumklima, ergänzend Materialfeuchte | Auf Anfrage, Machbarkeit wird geprüft |
| Wie steht es um die Luftqualität in einem Raum? | CO₂ | Auf Anfrage, Machbarkeit wird geprüft |
| Tritt an einer Stelle Wasser aus? | Wasser- oder Leckageerkennung | Auf Anfrage, Machbarkeit wird geprüft |
| Wie entwickelt sich ein Verbrauch im Objekt? | Energie | Auf Anfrage, Machbarkeit wird geprüft |
Wer die Sensorik entwickelt und wer die Messung verantwortet
San-Care ist kein Gerätehersteller. Die Sensorik entsteht gemeinsam mit dem Entwicklungspartner smartenic, der Messpunkte, Basisstationen und das Geräte-Backend verantwortet. Dadurch lassen sich Gerät, Funkstrecke und Datenpfad gemeinsam auf eine Messaufgabe auslegen, statt ein Datenblatt an ein Gebäude anpassen zu müssen.
Die fachliche Seite bleibt bei San-Care: wo gemessen wird, wie die Werte bewertet werden und was im Report steht. Die Erfahrung aus rund 30 Jahren Sanierung fließt dort ein, wo sie zählt — bei der Frage, an welcher Stelle eine Messung überhaupt etwas aussagt. Montiert wird mit dem eigenen Team, ohne Subunternehmer.
Für die Verwaltung hat das einen praktischen Vorteil: Auch eine angepasste Messung landet in derselben Plattform wie das Feuchtemonitoring, mit denselben Alarmregeln, Verläufen und Zugriffsrechten. Es entsteht kein zweites System, das jemand gesondert betreuen muss.
Wann die ehrliche Antwort Nein lautet
Nicht jede Frage lässt sich mit Sensorik beantworten, und nicht jede sollte es. Manchmal liefert eine einmalige Untersuchung durch einen Sachverständigen schneller und günstiger das Ergebnis als eine monatelange Messung. Manchmal ist die gesuchte Größe nur so indirekt messbar, dass der Verlauf mehr Fragen aufwirft als beantwortet.
In solchen Fällen sagt San-Care das im Gespräch, bevor ein Angebot entsteht. Eine Messung, die niemandem eine Entscheidung erleichtert, ist Aufwand ohne Gegenwert.
Begriffe in diesem Text
Kurz erklärt.
- Sensorik nach Maß
- Messtechnik, die für eine bestimmte Fragestellung in einem Gebäude ausgewählt oder angepasst aufgebaut wird, statt ein fertiges Gerät von der Stange zu nehmen.
- Messkonzept
- Die schriftliche Festlegung, an welchen Stellen, in welcher Höhe und in welcher Anzahl in einem Objekt gemessen wird.
- Wandfeuchte-Sonde
- Ein Messfühler, der in ein Bauteil eingebracht wird, um die Feuchtigkeit im Material über längere Zeit zu beobachten statt nur an der Oberfläche.
- Materialfeuchte
- Die Menge Wasser, die in einem Baustoff selbst steckt, etwa in Mauerwerk, Putz oder Estrich, im Unterschied zur Feuchtigkeit der Raumluft.
- IoT-Plattform
- Die Software im Internet, in der die Daten vernetzter Sensoren ankommen, gespeichert, angezeigt und ausgewertet werden.
- Basisstation
- Das netzbetriebene Empfangsgerät, das die Funksignale aller Messpunkte eines Objekts einsammelt und weiterleitet.
Häufige Fragen
Was dazu gefragt wird.
Nächster Schritt
Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.
Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.
- rasch und persönlich
- keine Kamera, kein Mikrofon
- Zustimmung vorausgesetzt
- Wien & Niederösterreich