75 — Wissen
Lager, Archiv und Gewerbefläche im Altbau: Feuchte erkennen, bevor Ware leidet
Ein Lagerraum ist meist der Raum, den niemand betritt, solange nichts gebraucht wird. Genau dort entsteht Feuchte unbemerkt — und auffällig wird sie erst, wenn ein Karton aus dem Regal genommen wird und muffig riecht.
Warum sind Lager und Archive im Bestand feuchtegefährdet?
Lager und Archive liegen in Bestandsgebäuden oft dort, wo sonst niemand sein will: im Keller, im Souterrain, in einem Erdgeschoßraum zum Hof. Diese Räume haben kühle, oft erdberührte Wände, wenig Luftaustausch und keine regelmäßige Heizung. Feuchte, die von außen kommt oder sich im Sommer niederschlägt, wird dort nicht abgeführt.
Dazu kommt das Lagergut selbst. Papier, Karton, Textilien, Leder und Holz nehmen Feuchte aus der Luft auf. Bleibt die Luftfeuchte über längere Zeit hoch, können sie wellen, verkleben, Stockflecken bilden und schimmeln — oft von innen nach außen, sodass es von außen lange nicht sichtbar ist.
Welche Stellen sind besonders kritisch?
Innerhalb eines Lagerraums sind die Bedingungen nicht überall gleich. Die Luft in der Raummitte kann unauffällig sein, während es an der Außenwand hinter einem vollen Regal dauerhaft feucht ist.
- Regale und Kartons direkt an erdberührten oder Außenwänden
- Ware, die direkt auf dem Boden steht, besonders auf Beton oder Estrich über Erdreich
- Raumecken und Bereiche ohne Luftbewegung
- Bereiche unter Fenstern und Lichtschächten
- Räume neben Heizungs-, Wasser- oder Abwasserleitungen
Warum ist der Sommer im Kellerlager oft die kritischere Zeit?
Im Winter enthält die Außenluft wenig Wasserdampf, und ein Kellerlager ist oft trockener als gedacht. Im Sommer kehrt sich das um: Warme, feuchte Luft kommt durch Türen, Fenster und Schächte in den Keller, kühlt an den Wänden ab, und die relative Feuchte steigt. Wer den Lagerraum an heißen Tagen lüftet, verstärkt das.
Ein Lager, das im Winter unauffällig war, kann deshalb im Sommer kritische Werte erreichen. Umgekehrt kann ein Lager im Erdgeschoß an einer ungedämmten Außenwand im Winter kritisch werden. Beides zeigt nur eine Messung über die Jahreszeiten.
Was hilft im Betrieb?
Einige Regeln haben sich in der Praxis bewährt. Sie ersetzen keine Sanierung, wenn Wasser durch die Wand dringt, verringern aber das Risiko für das Lagergut.
- Regale mit Abstand zu Außen- und erdberührten Wänden aufstellen
- Ware nicht direkt auf den Boden stellen, sondern auf Paletten oder unterste Regalböden mit Abstand
- Im Sommer zu kühlen Tageszeiten lüften, an schwülen Tagen geschlossen halten
- Luftentfeuchter gezielt einsetzen und ihre Wirkung überprüfen
- Empfindliches Gut nicht in Räumen mit bekannter Feuchte lagern
Wie laufendes Monitoring im Lager arbeitet
In einem Lager zählt weniger der Monatsrückblick als die rechtzeitige Meldung. San-Care setzt batteriebetriebene Messpunkte an die kritischen Stellen, etwa an die Außenwand hinter Regalen und in Bodennähe, und misst alle 15 Minuten Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Taupunkt und Schimmelrisiko-Index werden daraus berechnet, die Risikoampel zeigt den Zustand von Grün bis Rot.
Die Alarmregeln der Plattform arbeiten mit Mindestdauer und festgelegten Empfängern: Kurze Spitzen beim Öffnen der Tür lösen keinen Alarm aus, anhaltend kritische Bedingungen schon. Auch ein Funkausfall wird gemeldet. Die Messpunkte funken über LoRaWAN an eine netzbetriebene Basis im Objekt, ein WLAN im Keller ist nicht nötig, und die Batterie hält rund fünf Jahre.
Für Gewerbe- und Archivflächen mit besonderen Anforderungen konzipiert San-Care auf Anfrage individuelle Messaufgaben. Für den Einstieg gibt es den Pilot (10 Messpunkte, 1 Objekt, 3 Monate Laufzeit) zu 990 € einmalig oder 390 €/Monat laut Preisübersicht; verbindlich ist das Angebot.
Begriffe in diesem Text
Kurz erklärt.
- Sommerkondensation
- Feuchte, die sich im Sommer in kühlen Räumen wie Kellern niederschlägt, wenn warme, wasserreiche Außenluft an kalten Wänden abkühlt.
- Relative Luftfeuchtigkeit
- Der Anteil an Wasserdampf in der Luft, angegeben in Prozent dessen, was die Luft bei dieser Temperatur maximal aufnehmen kann.
- Alert
- Eine automatische Meldung per E-Mail, sobald an einem Messpunkt über längere Zeit kritische Bedingungen bestehen.
- Frühwarnsystem
- Eine Messeinrichtung, die kritische Bedingungen meldet, bevor ein Schaden sichtbar wird.
- LoRaWAN
- Ein Funkstandard für kleine Datenmengen über große Distanzen bei sehr geringem Stromverbrauch.
- Batterielaufzeit
- Die Zeit, die ein Messpunkt ohne Batteriewechsel misst — bei San-Care rund fünf Jahre.
Häufige Fragen
Was dazu gefragt wird.
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- Monatsreport
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Nächster Schritt
Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.
Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.
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- keine Kamera, kein Mikrofon
- Zustimmung vorausgesetzt
- Wien & Niederösterreich