Glossar — Praxis
Querlüften
Lüften mit gleichzeitig geöffneten Fenstern auf gegenüberliegenden Seiten, sodass ein Durchzug entsteht.
Erklärt
Was hinter dem Begriff steckt.
Querlüften bedeutet, Fenster auf gegenüberliegenden Seiten einer Wohnung gleichzeitig ganz zu öffnen, sodass ein Durchzug entsteht. Die Luftströmung tauscht die Raumluft in sehr kurzer Zeit aus, weil der Wind und der Druckunterschied zwischen den Hausseiten die Luft aktiv durch die Wohnung treiben. Es ist damit die schnellste Form der Fensterlüftung.
Ob Querlüften möglich ist, hängt vom Grundriss ab: Durchgesteckte Wohnungen mit Fenstern zur Straße und zum Hof eignen sich gut, einseitig belichtete Wohnungen kaum. Innentüren müssen dafür offen stehen. Wie viel Feuchte abgeführt wurde, zeigt wie beim Stoßlüften der Verlauf der absoluten Luftfeuchtigkeit vor und nach dem Lüften.
In vielen Wiener Altbauwohnungen mit Straßen- und Hofseite ist Querlüften eine wirksame Alltagsmaßnahme gegen Feuchte, weil die Luft auch aus hinteren Räumen wie Kabinetten mitgenommen wird, die sonst oft schlecht belüftet sind. Ein häufiger Irrtum ist, dass Querlüften länger dauern müsse als Stoßlüften; tatsächlich reichen oft wenige Minuten, und längeres Öffnen kühlt im Winter nur die Bauteile aus.
Querlüften tauscht die Luft einer Wohnung in besonders kurzer Zeit aus. Wo der Grundriss es zulässt, ist es die wirksamste Form, Feuchte hinauszubringen.
- Ist Querlüften besser als Stoßlüften?
- Querlüften tauscht die Luft schneller aus als Stoßlüften, weil Fenster auf gegenüberliegenden Seiten einen Durchzug erzeugen. Es setzt aber einen passenden Grundriss voraus; wo das fehlt, bleibt Stoßlüften die beste Wahl. Welche Wirkung das Lüften hat, zeigt der Feuchteverlauf. San-Care zeichnet diesen Verlauf mit Funk-Messpunkten in Wohnhäusern in Wien und Niederösterreich auf.
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