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83 — Wissen

Heizen in der Übergangszeit: warum im Herbst oft der erste Schimmel kommt

Viele zögern das Einschalten der Heizung im Herbst hinaus. Für die Heizrechnung ist das verständlich, für die Wände nicht immer: Die Übergangszeit ist für Kondensat eine der heikelsten Phasen des Jahres.

Fachlich geprüft, Stand 7. Oktober 2026. Gilt für Bestandsobjekte in Wien und Niederösterreich.

Warum ist der Herbst so heikel?

Im Sommer haben die Wände Wärme gespeichert, im Herbst geben sie sie nach und nach ab. Gleichzeitig ist die Außenluft oft noch feucht, und Lüften bringt weniger als im Winter, weil die hereinkommende Luft kaum trockener ist als die Raumluft. Ist die Heizung noch aus, liegen Raumtemperatur und Wandtemperatur niedriger als im Winter, die Feuchte im Raum aber nicht.

Ein Rechenbeispiel: Bei 18 °C und 65 Prozent Raumluft liegt der Taupunkt bei rund 11 °C. Eine Außenecke mit 14 °C kommt dann an ihrer Oberfläche auf rund 84 Prozent — also bereits über dem bauphysikalischen Richtwert von rund 80 Prozent.

Woran erkennt man, dass es Zeit zum Heizen ist?

Eine feste Außentemperatur, ab der geheizt werden muss, lässt sich nicht seriös angeben: Ein gedämmtes Haus hält die Wände länger warm als ein ungedämmter Altbau mit dünnen Außenecken. Maßgeblich ist, wie sich die kälteste Stelle im Raum verhält.

Anzeichen in der Wohnung

  • Fensterscheiben oder Rahmen sind am Morgen innen beschlagen
  • Wände hinter Möbeln oder in Ecken fühlen sich kühl und klamm an
  • Das Hygrometer zeigt über Tage Werte über dem üblichen Bereich
  • Muffiger Geruch in Schlafzimmer oder Abstellraum
  • Wäsche trocknet in der Wohnung deutlich langsamer als im Sommer

Was hilft in der Übergangszeit?

Wer die Heizung noch nicht voll aufdrehen will, kann die Räume moderat temperieren statt gar nicht. Lüften bleibt wichtig, aber kurz und kräftig, damit Wände nicht zusätzlich auskühlen. Wäsche sollte in dieser Phase möglichst nicht in der Wohnung trocknen, und Möbel an Außenwänden sollten Abstand haben.

Für Hausverwaltungen ist der Herbst der richtige Zeitpunkt, die Heizanlage zu prüfen und Objekte mit bekannten Problemstellen im Blick zu haben, bevor die ersten Meldungen kommen.

Was zeigt eine Messung in dieser Phase?

Im Herbst entscheidet sich, wie eine Wohnung durch den Winter kommt. Eine Messung, die vor den ersten kalten Wochen beginnt, zeigt, wie sich Taupunktabstand und Oberflächenfeuchte an den kritischen Stellen mit sinkender Außentemperatur verändern — und ob das Einschalten der Heizung die Lage tatsächlich entspannt.

San-Care misst alle 15 Minuten Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit mit batteriebetriebenen Messpunkten, die über LoRaWAN an eine Basis im Haus funken. Die Risikoampel der Plattform und der Monatsreport machen sichtbar, wann es an einer Stelle kritisch wird. San-Care ist in Wien und Niederösterreich tätig.

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Begriffe in diesem Text

Kurz erklärt.

Taupunkt
Die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser sich niederschlägt.
Taupunktabstand
Der Abstand zwischen der gemessenen Temperatur und dem Taupunkt — je kleiner er ist, desto näher ist die Stelle an Kondenswasser.
Kondensat
Wasser, das sich niederschlägt, wenn warme, feuchte Luft auf eine kältere Oberfläche trifft.
Oberflächentemperatur
Die Temperatur der Wand- oder Bauteiloberfläche selbst, die deutlich unter der Temperatur der Raumluft liegen kann.
Kritische Oberflächenfeuchte
Der in der Bauphysik übliche Richtwert, ab dem an einer Bauteiloberfläche mit Schimmelwachstum zu rechnen ist: rund 80 Prozent relative Feuchte über einen längeren Zeitraum.
Stoßlüften
Kurzes Lüften mit ganz geöffnetem Fenster, bei dem die Raumluft schnell ausgetauscht wird, ohne dass die Wände stark auskühlen.

Vollständiges Glossar

Häufige Fragen

Was dazu gefragt wird.

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Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich