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Glossar — Recht & Verwaltung

Ernste Schäden des Hauses

Schäden, die die Substanz des Gebäudes betreffen oder gefährden, etwa durchfeuchtetes Mauerwerk oder undichte Leitungen.

Erklärt

Was hinter dem Begriff steckt.

Ernste Schäden des Hauses sind Schäden, die die Substanz eines Gebäudes betreffen oder ihre Beeinträchtigung befürchten lassen, also mehr als bloße Abnutzung in einer Wohnung. Typische Beispiele sind durchfeuchtetes Mauerwerk, schadhafte Decken, undichte Dächer oder defekte Leitungen im Mauerwerk. Der Begriff kommt sowohl im Mietrechtsgesetz als auch im Wohnungseigentumsgesetz 2002 vor.

Seine Bedeutung liegt darin, dass er die Zuständigkeit verschiebt: Liegt ein ernster Schaden des Hauses vor, muss im Vollanwendungsbereich des MRG der Vermieter ihn beheben, auch wenn er innerhalb der Mietwohnung auftritt. Im Wohnungseigentum trägt die Eigentümergemeinschaft die Behebung, auch wenn der Schaden in einem einzelnen Wohnungseigentumsobjekt liegt. Ob ein Schaden die Schwelle erreicht, beurteilen im Streitfall Sachverständige und Gerichte.

Praktisch schwierig ist die Abgrenzung zum oberflächlichen Schimmelfleck, der aus Nutzung entstehen kann, ohne dass die Bausubstanz betroffen ist. Ein häufiger Irrtum ist, dass jeder Feuchteschaden automatisch ein ernster Schaden des Hauses sei. Messreihen zu Oberflächentemperatur und Luftfeuchte helfen, zwischen baulicher Ursache und Nutzung zu unterscheiden. Keine Rechtsberatung — im Einzelfall fachlich prüfen lassen.

Im Bestandsgebäude

Der Begriff stammt aus dem MRG und dem WEG 2002. Im Vollanwendungsbereich des MRG muss der Vermieter solche Schäden auch im Inneren einer Mietwohnung beheben, im Wohnungseigentum trägt die Gemeinschaft ihre Behebung auch in einem Wohnungseigentumsobjekt. Mieter müssen sie ohne Verzug melden, Mieter und Wohnungseigentümer den Zutritt zur Behebung gestatten.

Ist Schimmel an der Wand ein ernster Schaden des Hauses?
Nicht automatisch. Ein ernster Schaden des Hauses betrifft die Bausubstanz, etwa durchfeuchtetes Mauerwerk oder eine undichte Leitung; ein oberflächlicher Fleck aus Nutzung erfüllt das nicht zwingend. Die rechtliche Einordnung erfolgt im Einzelfall. San-Care dokumentiert in Wien und Niederösterreich Temperatur, Luftfeuchte und Taupunkt, damit die Ursache sachlich eingegrenzt werden kann.

Nächster Schritt

Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.

Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.

Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich